
Erlebnisangebote in Vejers
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Halali zur Pilzjagd
Genug über das Wetter gejammert! Wir haben einen Super-Sommer - vielleicht nicht für's Freibad, wohl aber für die Pilze. Und die wachsen zur Zeit in Vejers wie wild. Messer und Korb, mehr braucht der wahre Pilzfreund nicht zum Glücklichsein. Und dann nichts wie raus in die Wälder von Vejers, die direkt hinter dem letzten Ferienhaus anfangen und wo man nach ein paar Spaziergängen jede Lichtung und jeden Baum kennt.
Ein ideales Revier, besonders für den König der Pilze, den Herrenpilz, der wegen seinem festen Fleisch Steinpilz genannt wird. In der feinen Küche kann man nicht auf ihn verzichten, und anders als die Massenpilze Champignons oder Shiitake kann er nicht gezogen werden sondern wächst nur wild. Man muss also Jagd auf die edle Beute machen, den richtigen Blick entwickeln, die Nase justieren, die Feuchtigkeit und Wärme in der Luft und am Boden taxieren.
Die wahren Pilzsammler starten schon früh am Morgen und besonders gerne wenn es regnet, weil sie dann unter Garantie allein im Wald unterwegs sind. Und trotzdem ist der Erfolg nicht garantiert. An dem einem Tag kann es sein, dass fast bei jedem Schritt durch den Wald Maronenröhrlinge Spalier stehen, während man am anderen Tag selbst an den besten Plätzen nur kratzige Brombeerranken, Stinkmorcheln und zerknüllte Zigarettenschachteln findet. Und an guten Tagen bringt es nichts, vor lauter Begeisterung gleich kiloweise zu pflücken, lieber kommt man nochmal wieder und sammelt frische.
Und bitte nicht den Wald kaputt machen. Unmenschen reißen rund um einen Steinpilz fünf Meter Moos aus der Erde, damit ist das Pilzgeflecht unter der Krume auf Jahre hinaus ruiniert. Wer Pilze liebt, geht respektvoll damit um, schneidet den Pilz weit unten mit einem scharfen Messer ab und deckt das Loch mit Erde oder Blättern zu. So wachsen sie wieder. Wenn sie mögen, denn ein bißchen Magie ist immer auch dabei. Mal geht man am frühen Morgen vorbei und da ist absolut nichts, und ein paar Stunden später steht an derselben Stelle ein Prachtexemplar.
Man muss kein wandelndes Pilz-Lexikon sein und hundert Sorten kennen; es reicht schon wenn man den höllisch bitteren Gallenröhrling nicht mit dem Steinpilz verwechselt. Und es muss auch nicht immer (nur) der Steinpilz sein, der die Jagd zum Erfolg macht. Wer schonmal einen Parasol paniert zum Salat gegessen hat, weiß wie köstlich auch andere Sorten munden.
Zu Hause sollte man die Beute gleich putzen, am besten mit einer feinen Bürste oder mit einem feuchten (nicht nassen!) Tuch. Wenn Sand, Erde und Tannennadeln entfernt sind, werden die Pilze zum Aufbewahren ähnlich wie Spargel in ein Geschirrtuch geschlagen, in den Kühlschrank gelegt - und am besten am nächsten Tag verspeist. Pfifferlinge lässt man ganz, große Steinpilze werden in schmale Streifen geschnitten und anschließend in der Pfanne in reichlich Butter bei niedriger Hitze geschmort. Soll daraus eine Sauce werden gibt man je nach Geschmack etwas Sahne, Pfeffer, Salz und gehackte Petersilie dazu, gerne auch etwas durchwachsenen Speck und Schalottenwürfel. Dazu schmecken Nudeln - dünne Fettuccine, Tagliatelle oder Linguine. Man kann die duftende Pilzmasse am Ende aber auch unter Risottoreis rühren. Köstlich schmecken die Pilze auch als Beilage zum Steak oder mit Rührei. Velbekomme!
Auf zur Pilzjagd.

