Inspiration

Vejers strand

  • Es gibt Wintertage, da toben die Elemente und die wenigen Spaziergänger am Strand liegen beim mühsamen Gehen so schräg im Wind, wie es die Schwerkraft eigentlich nicht erlaubt.

    Manche breiten sogar die Arme aus und lassen sich nach vorne fallen - und fallen doch nicht um.  An Reden oder Rufen ist gar nicht mehr zu denken, der Sturm reißt einem das Wort aus dem Mund.

    Heftig schlägt die Brandung auf den harten Sand, die Brecher donnern  mit weißen Kronen herein, die Gischtfetzen überschlagen sich im Wind und rollen wie Watte über den Strand. Auf den Dünen wird das Gras in alle Richtungen gepeitscht.  

    Wer jetzt bleibt und sich nicht ins warme Haus flüchtet, der wird Zeuge wie  der Strand in kürzester Zeit umgebaut und neu entworfen  wird,  sieht wie im Zeitraffer Wüsten entstehen und vergehen, wie sich Dünen aufbauen und in Luft auflösen, wie die Natur im Miniformat perfekte Schönheit entstehen und vergehen läßt.  

    Der Wind fegt trockene Sandfahnen, weiß wie Zucker, über nasse Flächen, dunkel wie Bitterschokolade, malt  dabei in jeder Sekunde neue Bilder auf den Grund, die schon vergangen sind ehe man auch nur Zeit hätte auf den Auslöser zu drücken.

    Und überall dort,  wo der kleinste Widerstand aus dem glatten, harten Sandboden ragt, ein Steinchen, das Endstück einer Taschenmessermuschel, da docken Sandkörner an und halten die nächsten Hundertschaften auf. Um Bodensenken herum entstehen Sicheldünen wie in der Sahara, aufragende Muscheln sammeln einen Sandschweif hinter sich, dessen Grat wie mit dem Messer gezogen ist.

    Aus dem vergessenem Sandsieb des letzten Sommers  wird ein futuristisches Kunstwerk, in dem das Licht durch sandverkrustete Öffnungen bricht; ein Plastikseil ist in wenigen Minuten vom Sand eingeschlossen und windet sich wie eine getarnte Viper Richtung Dünengras.  Vejers Strand - Wunderland.    

Das Ferienhausgebiet Vejers Strand liegt direkt am Wasser und erstreckt sich bis zu den äußersten Dünenreihen.