Der Journalist Hartmut Suckow reist mehrmals im Jahr vom süddeutschen Mannheim nach Dänemark.
Kein Wunder, denn seit 1990 ist er für die Texte und Bilder des Vejers Strand Journals zuständig. Und
da sein Kombi dann meist bis unter's Dach - neben dem normalen Reisegepäck - vollgestopft ist mit Kamerakoffern,
Laptop, Archivordnern und sonstigen Büro-Utensilien, blieb als einziger Weg nur die A 7 über Kassel und
Hamburg. Knapp 900 Kilometer, und der erste Stau fängt oft schon vor Frankfurt an. Zwei Arbeitstage gehen
für An- und Abreise verloren, für süddeutsche Erholungssuchende sind es zwei Ferientage. Doch es
geht auch anders, wie er jetzt feststellen konnte.
Der kleine Bahnhof in Neu Isenburg scheint aus allen Nähten zu platzen, überall stehen Autos kreuz und
quer, sitzen wartende Familien, stehen Biker in ihren schweren Monturen. Neu Isenburg bei Frankfurt ist einer der
16 Abfahrtsorte der DB AutoZüge, die 28 Ziele im Inland und europäischen Ausland verbinden. Doch das
scheinbare Chaos, das hier herrscht, hat System. In der Reihenfolge ihrer Abfahrtszeit werden Autos und Motorräder
vom Lademeister zu den Transportwagen dirigiert, die an diesem späten Freitag Abend unter anderem nach Bordeaux
und Rostock, nach Villach und Verona fahren. Und nach Niebüll, direkt an die dänische Grenze.
Mit dem Auto auf den Wagen zu fahren ist unter fachkundiger Anleitung ein Kinderspiel. Das Handgepäck für
die Nacht geschnappt, und nach gut einstündiger Wartezeit rollt der Zug, aus Stuttgart kommend, pünktlich
in Neu Isenburg ein. Die Transportwagen werden angehängt, die Passagiere nehmen ihre Plätze in den modernen
Schlaf- oder Liegewagen ein, und ab geht's...
Das monotone rattern der Wagen auf den Schienen dringt in den klimatisierten Abteilen nur gedämpft an das
Ohr der Fahrgäste, der freundliche Zugbegleiter klappt das bequeme Bett aus, und die nächsten 750 Kilometer
erlebt der Reisende in kuscheligen Kissen, im sanften Schlaf statt im stressigen Stau.
Samstag morgen, kurz nach acht Uhr, rollt der Zug in Niebüll ein. Ausgeschlafen und mit einem kleinen Frühstück
gestärkt geht's jetzt an die letzten 125 Kilometer nach Vejers Strand.
Die Fahrt mit dem AutoZug als Alternative speziell für Urlaubsreisende ist nicht gerade preiswert. Aber die
bequeme, stau- und stressfreie Anreise und die zwei gewonnenen Tage sind letztendlich unbezahlbar. |







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