Es soll tatsächlich ein paar Vejers Strand-Fans geben, die extra wegen der hier üppig
sprießenden Pilze ihren ganzen Jahresurlaub verbuttern, pardon: verpilzen. Ausgerüstet mit dem obligatorischen
Körbchen und einem scharfen Messerchen streifen sie, einer uralten Jagd- und Sammelleidenschaft folgend, durch
die Laub- und Nadelwälder rund um Vejers. Die Jäger und Sammler haben
nur eins im Sinn: Ob sie nun dem Braunhäuptchen, dem Butterröhrling oder dem Kuhmaul - auch Rotzer oder
Großer Schmierling genannt, auf der Spur sind - die Speisepilze haben es ihnen angetan. Sogar die edlen Steinpilze
und die Pfifferlinge, die ihren Namen dem pfeffrigen Geschmack ihres Fleisches verdanken, kann man hier in Hülle
und Fülle finden, wie die berühmten Massenernten des Steen Hansen beweisen. Vernünftiges Ernten
schadet den Pilzen nicht - im Gegenteil.
Dabei ist es aber wichtig, den Stiel jeweils etwas über dem Waldboden mit einem scharfen Messer zu durchtrennen,
damit sich junge Pilzansätze an der verbliebenen Stielbasis noch weiterentwickeln können. Dichtes Unterholz,
wohin sich das Wild zurückzieht, ist natürlich für Schwammerljäger tabu. Die Pilze wachsen
sowieso eher in lichten Wäldern und an deren Rändern - vorzugsweise, wenn es in Abständen immer
mal wieder geregnet hat.
Gesammelt werden im eigenen Interesse keine zu jungen und keine zu alten Pilze - die jungen kann man noch nicht
genau bestimmen und es droht Verwechslungsgefahr, die alten zersetzen schon ihr Pilzeiweiß und können
daher giftig wirken. Diese Zersetzung tritt auch dann auf, wenn frische Pilze in Plastikbeuteln transportiert werden
- am besten eignen sich dafür Weidenkörbchen. Leider lieben auch die Rehe den begehrten Pfifferling,
was den passionierten Sammlern gar nicht gefällt. Doch lieber teilen sie ihr Wissen um die besten Fundplätze
mit dem nach Äsung suchenden Reh als mit der ebenfalls durch Wald und Flur streifenden Konkurrenz auf zwei
Beinen.
Auch Pilzexperte Steen schaut immer vorsichtig über die Schulter, dass ihm ja niemand in seine geheimen und
höchst ergiebigen Reviere folgt... |





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